Wir weisen hin: "Gemeinsam aus der Einsamkeit"- Neue Daten der CAU-Forschung zu Trauer 

106 doering kleinTrauer hat viele Gesichter. Allerdings ist der Umgang mit Verlust, emotionaler Überwältigung und gefühlter Aussichtslosigkeit in weiten Bereichen noch nicht erforscht und wirft Fragen auf. Diesen begegnet Bettina Doering, Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie II zusammen mit ihrem Team an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).  Foto: Prof. Dr. Bettina Doering, (© Rafael Vester, Uni Kiel)

Zusammenhänge von Trauer, Einsamkeit und wahrgenommener sozialer Unterstützung

Anlass für die Forschung um Prof. Dr. Bettina Doering war die Frage, wie trauernde Menschen ihr soziales Umfeld wahrnehmen und welche Erwartungen sie an andere Menschen haben. Im Mittelpunkt weiterer Studien stand dabei die Annahme, dass nicht nur der Verlust selbst, sondern eben auch negative soziale Erwartungen sowie Gefühle sozialer Verbundenheit oder Ausgrenzung einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf der Trauer haben können. Laut Doering ist der Aufbau eines neuen soziales Netzes eine wesentliche Aufgabe für Trauernde. Diese Aufgabe falle aber nach dem Verlust der meist wichtigsten soziale Bezugsperson oft nicht immer leicht.  

Neue Daten zeigen Merkmale zur Förderung sozialer Verbundenheit und wie man Einsamkeit verringern kann. 

Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass sich negative Erwartungshaltungen von Trauernden sowohl auf das Verhalten anderer Personen als auch auf die eigene Reaktion in sozialen Situationen beziehen können. Als besonders hilfreich erlebten Trauernde soziale Begegnungen, die sie als verständnisvoll und wechselseitig wahrgenommen haben. Insgesamt unterstreichen die Ergebnisse, wie bedeutsam emotional wertschätzende und wechselseitige soziale Begegnungen sind – vor allem für die Förderung der psychischen Genesung und die soziale Wiedereingliederung nach einem Verlust. Weitere Untersuchungen deuten darauf hin, dass bewusste Erinnerungen von Trauernden an nicht bestätigte negative Erwartungshaltung ebenfalls gegen Einsamkeit helfen können, 

Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ startete ab dem 22. Juni dazu ebenfalls mit dem Projekt "LEBENSNAH" eine neue Studie am Institut für Psychologie der Uni Kiel. Dabei interessiert die Forschenden, wie soziale Kontakte konkret aussehen, die bei der Bewältigung von Trauer helfen.

Weitere Informationen und links zu den Originalpublikationen unter https://www.uni-kiel.de/de/detailansicht/news/106-psychologie-forschung-trauer